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Lost Places: Wünsdorf Haus der Offiziere

Am 2. Juli unternahm ich erneut mit gut ausgestattetem Foto-Rucksack (2. Akku sollte nicht fehlen 😉 ) und Stativ eine Zeitreise in die Vergangenheit. Die Zeitreise führte mich vor die Tore der Stadt: nach Wünsdorf, dem heutigen  Ortsteil der Stadt Zossen im Landkreis Teltow-Fläming, in die „Verbotene Stadt“ zum „Haus der Offiziere“.

Von 1910 – 1994 befand sich hier ein Militärstützpunkt: über die Jahre hinweg unter den verschiedensten Flaggen (zu Kaiserszeiten, unter den Nazis und Sowjets) und mit unterschiedlichsten Funktionen (Militärstutzpunkt, Lazarett, Heeresportschule etc.).

Hat Wünsdorf heute ca. 6.500 Einwohner, so war die „Verbotende Stadt“ mit bis zu 60.000 russischstämmigen Bewohnern und Bewohnerinnen der größte europäische Militärstandort. Noch heute ist das eingezäunte Gebiet des „Hauses der Offiziere“ riesig. EINE Fototour (immerhin rund fünfeinhalb Stunden) reicht da definitiv nicht aus.

Ich habe mich gleich zu Anfang im Gebäudeteil, in dem der Theatersaal untergebracht ist, fotografisch festgebissen. Da doch mächtige Regengüsse auf das marode Dach prasselten (eigentlich recht heimelig), waren Außenaufnahmen auch nicht soooo angesagt. 😉 Das Hauptgebäude habe ich nur noch gegen Ende leicht touchiert. Wer weiß – vielleicht ein Grund, nochmals hinzufahren.

Erneut eine über Fototouren Berlin gebuchte Fototour, auf der ich sehr, sehr hilfreiche Tipps in Sachen manuelle Einstellungen erhalten habe und die ich die ganze Tour über gleich vesucht habe, anzuwenden, um die Atmosphäre einzufangen.

Enjoy 🙂

P.S.: Es ist eine reine Frage der Tagesform, ob ich mich bei den Lost Place pics für eine hellere / freundlichere oder dunklere / finstere Aufnahme-Variante entscheide …… manchmal kann ich mich auch gar nicht entscheiden. 😀

Lost Places : Heilstätten Hohenlychen

Erneut eine Lost Place Foto-Tour: man muss die Zeit nutzen, ehe diese Wahnsinns-Gebäude völlig verfallen sind oder luxussaniert werden.

Dieses Mal ging es am 19.Juni raus aus der Stadt Richtung Norden ins Brandenburgische: zu den Heilanstalten / Heilstätten Hohenlychen. Erneut ein sehr geschichtsträchtiger Gebäudekomplex verknüpft mit unendlich vielen menschlichen Schicksalen. Zunächst 1902 als Lungenheilstätte für Kinder (bis zu 500 Betten!) errichtet, nutzten die Nazis ihn als „Modeaufenthaltsort“. Der Schwerpunkt der Lungenheilstätte wurde erweitert auf Sport- und Arbeitsschäden sowie der Wiederherstellungschirurgie. Während des Krieges dienten die Gebäude als Kriegslazarett.

Unter der Leitung von Karl Gebhardt wurden grausame Menschenversuche mit Wundinfektionen an KZ-Häftlingen unternommen. Er wurde in den Nürnberger Prozessen angeklagt, wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Nach dem Krieg nutzten die Sowjets die Gebäude ebenfalls als Lazarett, bis am 31. August 1993 das letzte sowjetische Kommando die Heilanstalten verließ und die sowjetische Besatzungsära beendete.

Das folgende Album zeigt mit dem Kaiserin Auguste Viktoria Sanatorium lediglich einen kleinen Ausschnitt des riesigen Areals. Ich hake keine Liste ab, um ALLES zu fotografieren. Ich versuche, die Atmosphähre aufzuspüren.

So – enjoy 😉

P.S.: Wieder hatte ich übrigens Glück und konnte hier an einer Promo-Aktion von Fototouren Berlin teilnehmen.