Lost Places : Heilstätten Hohenlychen

Erneut eine Lost Place Foto-Tour: man muss die Zeit nutzen, ehe diese Wahnsinns-Gebäude völlig verfallen sind oder luxussaniert werden.

Dieses Mal ging es am 19.Juni raus aus der Stadt Richtung Norden ins Brandenburgische: zu den Heilanstalten / Heilstätten Hohenlychen. Erneut ein sehr geschichtsträchtiger Gebäudekomplex verknüpft mit unendlich vielen menschlichen Schicksalen. Zunächst 1902 als Lungenheilstätte für Kinder (bis zu 500 Betten!) errichtet, nutzten die Nazis ihn als „Modeaufenthaltsort“. Der Schwerpunkt der Lungenheilstätte wurde erweitert auf Sport- und Arbeitsschäden sowie der Wiederherstellungschirurgie. Während des Krieges dienten die Gebäude als Kriegslazarett.

Unter der Leitung von Karl Gebhardt wurden grausame Menschenversuche mit Wundinfektionen an KZ-Häftlingen unternommen. Er wurde in den Nürnberger Prozessen angeklagt, wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Nach dem Krieg nutzten die Sowjets die Gebäude ebenfalls als Lazarett, bis am 31. August 1993 das letzte sowjetische Kommando die Heilanstalten verließ und die sowjetische Besatzungsära beendete.

Das folgende Album zeigt mit dem Kaiserin Auguste Viktoria Sanatorium lediglich einen kleinen Ausschnitt des riesigen Areals. Ich hake keine Liste ab, um ALLES zu fotografieren. Ich versuche, die Atmosphähre aufzuspüren.

So – enjoy 😉

P.S.: Wieder hatte ich übrigens Glück und konnte hier an einer Promo-Aktion von Fototouren Berlin teilnehmen.

 

 

 

 

Lost Places : Sommerhotel Zehnpfund in Thale

„Ach, Luise, laß … das ist ein zu weites Feld“ –                                                      ob Theodor Fontane  diesen Satz dem Herrn von Briest wohl hier schon in den Mund gelegt hat? Auf der Veranda stehend, soll Fontane jedenfalls beim Anblick eines durch den Park schlendernden Paares die Idee für seine Effi Briest gekommen sein .

Am 4. Juni 2016 machte ich mich auf den Weg in den Harz nach Thale, zum ehemals größten Sommerhotel Deutschlands „Zehnpfund“. Ein gigantisches Haus, eröffnet 1863, in deren Gängen man sich schon mal verirren kann, mit wechselvoller Geschichte. Im Ersten Weltkrieg diente es als Lazarett, später waren ein Waisenhaus und Krankenkasse, dann das Rathaus und eine Bibliothek untergebracht.

Dieses wunderschöne, atmosphärische Haus sollte nach der Wende saniert werden. Hohe Kosten verhinderten das bisher. Jetzt sollen dort Wohnungen entstehen: nach dem Motto „Wohnen wie Fontane“, hm.

Kurz vor meiner Fototour wurde im Hotel Zehnpfund der zweite Teil der „Vergessen im Harz“-Trilogie in einer Premierenfeier gezeigt.  Der Film handelt von „Lost Places“ in der Harzregion, zu denen auch das „Sommerhotel Zehnpfund“ gehört.           https://www.youtube.com/watch?v=RsFYWW_8KSQ

Auf in die Zeitreise – enjoy 🙂